Die Energy '95 Party ist vorbei, der Muell auf den Strassen ist zusammengewischt und das Ecstasy ist auch bei allen Technomaeuschen wieder ausgefahren und mit denjenigen, bei denen das nicht der Fall ist, werden wir uns nicht herumschlagen muessen. Diese Arbeit nehmen uns Gottseidank all die Sanitaeter und Psychologen, welche es auch im Aargau gibt, ab. Die Tanzelite Mitteleuropas ist wieder nach Hause gefahren, und etoy ist nach dem Auftritt im Hallenstadion stolz und vielleicht noch ein bisschen muede, wie immer nach harter und ehrlicher Arbeit. Und ganz sicher sind wir auch um eine Erkenntnis reicher: wer jetzt immer noch sagt, er wolle nicht ans ENERGY, ist ein verlogener Bastard und wer es selber auch noch glaubt, ist wahrscheinlich einfach dumm, denn schliesslich war auch Teenagerliebling und Hitparadenstuermer Scooter dabei, mit dem die etoy-Boys so manches Bierchen kippten und sich glaenzend ueber seinen Cheap-Sound unterhielten. Im Backstagebereich war auch der wichtigste Schweizer Techno-Export, DJ BOBO anzutreffen, welcher zwar sehr muede war, weil er extra fuer das Energy '95 seine Suedamerika-Tour unterbrach und nach Zuerich flog. Auch er genoss, wie die meisten Anwesenden, den Abend in vollen Zuegen, obwohl der ihm der Sound nach seinen eigenen Aussagen "meistens etwas zu hart war". Am besten gefiel ihm das zweistuendige Set des Star-Djs und Lockenkoepfchens COSMIC BABY, welcher auch an diesem Abend, wie immer bei seinen Auftritten, hunderte von Frauenherzen verzauberte und in seinen Bann zog.
Silberschaetzchen
Auch unser allerliebstes Szeneschaetzchen Claudine war da. Im
kurzen sexy Silberkleid aufregender denn je. Leider sind wir
mit ihr nicht ins Gespraech gekommen, obwohl wir alle Claudine
gerne persoenlich kennenlernen moechten. Leider waren wir an
diesem Abend etwas zu scheu um die holde Schoenheit
anzusprechen. Vielleicht lag es auch daran, dass wir zum
Zeitpunkt, als wir Claudine erblickten, noch zu wenig Bierchen
getrunken hatten und uns darum der Mut fehlte, unser
Goldschaetzchen zum Tanzen aufzufordern. Claudine wir lieben
dich, bitte melde dich bei uns. schnell:
mailme@etoy.atnet.co.at. Ja, Ja, wenn Sepp Voegeli wuesste, dass
sich im Arvenstuebli seines Rennfahrerrestaurants
Internet-Artisten mit Gabber-DJs treffen und Technogoetter mit
anstatt Urs Freuler mit seinem Manager...
Eine Augenweide ist es jedesmal, wenn so viele ravende Techno-Kids zusammenkommen wie an der ENERGY '95. Es ist ja schon ein eigen Voelklein. Bunt und schrill, schoen und bis aufs I-Tuepfchen gestylt, provokativ, zuweilen gar erotisch, doch achtung : JUGENDSCHUTZGESETZ!
Neben all den Taucherbrillen-, Gasmasken- und Federboa-Traegern
und -innen waren die strammen Mannen der Delta-Security ganz
sicher die bestgekleideten Party-People an diesem Anlass.
Knackige Kampfanzuege des Typs "Protect Force", welche die
Muskeln sanft betonten und zusammen dem dezenten Funkgeraet
"connected" und dem Schaeferhund "Blondie" ein Feuerwerk
subtiler Erotik garantierten. Ein bisschen mehr Haut haetten
sie zeigen duerfen und ueber den sicherlich extravaganten
Ostschweizer-Dialekt wollen wir an dieser Stelle grosszuegig
hinwegsehen, denn ansonsten war ihre Performance sicherlich
das, was man perfekt zu nennen gewohnt ist.
Einen weiteren Hoehepunkt im Style-Bereich war die Praesentation
der Hi-Fish T-Shirts der Zuercher Modedesignerin Jenny Jost.
Diese extravaganten T-Shirts, welche sich bereits einen festen
Platz in der europaeischen Untergrund-Szene erobert haben,
koennen ueber die etoy-Homepage via Internet bezogen werden:
http://etoy.atnet.co.at/etoy.internet-tank/Hi-Fish
THE BROKEN RAVE NATION
Nun fragen Sie sich zu recht geneigte Leserin, geneigter
Leser, was das alles mit der etoy-Netzwerkwelt zu tun hat.
Zugegebenermassen nicht sehr viel und trotzdem hat es uns
wieder einmal mehr tief beeindruckt: Analog und trotzdem geil.
Zudem brauchen auch wir einmal Ferien und analoge
Unterhaltung, den so weit und interessant der virtuelle
Datenraum auch ist, die Locations, an welchen man sich mit dem
Schweiss von 16000 anderen Menschen, analogen zuckenden
Fleischsaecken, durchtraenken lassen kann, sind doch eher rar.
Und wenn wir unbedingt wollten, koennten wir auch hier eine
Vernetzung sehen: den "SPIRIT OF THE BROKEN RAVE-NATION" oder
sonst eine Verbindung all dieser zappelwuetigen Schoenlinge und
-innen. Aber da wuerden wir das Karma schon allzusehr bemuehen
muessen, was wir, wie so manches uebrige, gern andern
ueberlassen. Zum Beispiel den Althippies, welche in der
Merchandising-Zone neben dem Ambient-Floor Raeucherstaebchen und
aetherische Pflanzenoele feilboten. Und das im Zeitalter von Red
Bull und Marusha. Pfui. Schaemt euch.
Kurz und gut: Ein gelungener Anlass, an dem sich alle wieder
einmal so richtig einen abtanzen konnten, wie sich Claudines
Nachfolgerin bei Sputnik TV, deren Name mir leider zur Zeit
entfallen ist, ausdrueckte. An dieser Stelle noch einmal eine
Bitte an Claudine: Bitte geh zurueck zu Sputnik TV. Ohne Dich
ist dieser Sender wie ein Big Mac ohne Ketchup. Das
entscheidende Quentchen Charisma fehlt einfach. Wir glauben,
dass dies nicht nur die Meinung von etoy, sondern die Meinung
der ganzen RAVE NATION ist. Nicht dass wir uns hier als Stimme
des Volkes aufspielen wollen, auch das ueberlassen wir anderen
wie zum Beispiel Peter Bichsel und Konsorten. Auch das Jammern
und Klagen ueber die schlechten Zeiten und die Ruecksichts- und
Kulturlosigkeit der Technogeneration ist ein ein
Expertengebiet, in das wir uns nicht hineinwagen wollen, denn
da gibt es Experten, wie zum Beispiel der gemaessigte
Klischee-Neon-Mountainbiker Simon (Techno ist ein Beruf wie
Flugzeugbauer) und die frigide Barbara (moechte nicht im
Internet wohnen), welche uns immer wieder zu Hoechstleistungen
anspornen.
Uns bleibt jetzt nur noch uebrig, uns bei allen Beteiligten zu
bedanken und freudestrahlend auszuharren bis es naechstes Jahr
heissen wird: ENERGY '96. FEEL THE NUCLEAR POWER.
love etoy
Leaving reality behind