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Subject: IPD Computernews vom 18. April 2000
Date: Tue, 18 Apr 2000 15:02:04 +0200
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IPD Computernews vom 18. April 2000

Star Wars Episode II voll digital
Wissensprofile durch E-Mail-Analyse
Sprach-Portale: Ein Telefon genuegt
Etoy: Immer wieder Rechtsprobleme
Sicherheitsluecke in Novell-Client
Sony verkleinert Memory Stick
Online-Haendler: Auf die Probe gestellt

** Wir entschuldigen uns für das falsche Datum in der Titelzeile der
letzten Ausgabe

Dieses Bulletin erscheint in der Regel woechentlich und enthaelt einige
der Computernachrichten von IPD Insider Presse Dienst, der Presseagentur
fuer Informationstechnologie. Es kann KOSTENLOS per E-Mail an
join-ipd-news@mailliste.de abonniert werden (Abbestellung siehe Ende des
E-Mails). Wer noch umfassender und aktueller informiert sein will, dem 
bietet IPD den IT-Nachrichtendienst "IPD Aktuell" ab 50 Franken im Monat
an, per E-Mail oder Fax. 

Achtung: Alle Texte sind urheberrechtlich geschuetzt und duerfen nur zur
persoenlichen Information benutzt werden; eine Archivierung oder
kommerzielle Nutzung ist nicht erlaubt. Fuer den Inhalt wird keine
Gewaehr oder Haftung uebernommen. 

IPD, Postfach 228, CH-4003 Basel, Tel. +41 61 2719727, Fax +41 61
2721036, E-Mail ipd@insider.ch. Redaktion: David Rosenthal.

Archiv/Setup:
http://www.kbx.de/cgi/lyris.pl?site=mailliste.de&enter=ipd-news

Mehr News und Berichte unter http://www.ipd.ch

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Star Wars Episode II voll digital

   18.04.2000 (ipd) In Episode II von "Star Wars" wird sich nicht nur
Anakin Skywalker weiterentwickelt haben. Dasselbe gilt auch fuer die
Aufnahmetechnik: George Loucas will das naechste Kapitel der
Weltraum-Saga nur noch mit volldigitalen Kameras aufnehmen. Sechs
hochaufloesende Camcorder sollen zum Einsatz kommen, wenn die
Dreharbeiten im Juni in Australien aufgenommen werden. 

   In einem Testlauf mit einer Prototyp-Kamera von Sony und Panavision
habe sich gezeigt, dass das Bild genau gleich wirke wie mit
herkoemmlichen Filmkameras. Die Bildqualitaet sei auch auf einem grossen
Schirm nicht zu unterscheiden. Fuer Episode I wurde in den USA bereits
mit einer digitalen Projektionstechnik im Kino experimentiert. Die
Zuschauer waren allerdings nicht begeistert: Die Darstellung entsprach
damals nicht der gewohnten Qualitaet.

http://www.starwars.com

(dr)

?

Wissensprofile durch E-Mail-Analyse

   18.04.2000 (ipd) Je groesser das Unternehmen, desto mehr Wissen ist
ueber die Mitarbeiter darin vorhanden. Die US-Firma Tacit Knowledge
Systems hat jetzt eine Software vorgestellt, mit der sich dieses Wissen
auch anzapfen lassen soll. Das geschehe noch viel zu selten, meint die
Anbieterin. Allerdings werden an der Software nicht alle ihre Freude
haben.

   Das Produkt "KnowledgeMail" besteht aus einer Datenbank mit
Interessens- und Wissensprofilen jedes einzelnen Mitarbeiters. Diese
Datenbank wird aber nicht von Hand gefuettert, sondern automatisch
aufgebaut, indem eine Software automatisch jede ausgehende E-Mail der
verschiedenen Personen und weitere, persoenliche Dokumente analysiert.
Wenn also jemand in einem Betrieb einen Spezialisten fuer eine bestimmte
Frage sucht, ermittelt ihm das Produkt anhand der Profile die in Frage
kommenden Personen. 

   "Es geht hier nicht darum, die Leute zu ueberwachen", beschwichtigt
Firmenchef David Gilmour. "Es ist eine Methode, damit jemand mit seinem
Ohr 'am Boden' bleiben und selektiv etwas aufgreifen kann." Es sei aber
klar, dass das System "intim" werden muesse, um etwas sinnvolles zu
produzieren. Die ueber die Benutzer gesammelten Daten, so wird aber
versichert, seien verschluesselt und mit einer Zugangssperre versehen.
Zudem kontrolliere jeder Benutzer sein Profil selbst und entscheide
allein, welchen Teil der Informationen er bekanngeben wolle. 

http://www.tacit.com

(dr)

?

Sprach-Portale: Ein Telefon genuegt

   18.04.2000 (ipd) Es gibt Consumer-Portale, B2B-Portale, WAP-Portale
und andere mehr. Nun wird eine weitere Kategorie definiert: Die
Sprach-Portale. Sie bieten zwar Zugang zu Internet-Informationen, doch
benoetigen Benutzer dafuer lediglich ein Telefon und keinen Computer
mehr. 

   Die gewuenschten Daten werden vorgelesen, die Befehle per
Sprachkommando erteilt und der Dienst ueber Werbung finanziert: Der
Anrufer sagt ins Telefon das passende Schluesselwort wie "Restaurant",
"Kino" oder "Verkehr", worauf der Computer ueber die Telefongesellschaft
seinen Standort ermittelt und mit dieser Information die gewuenschten
Restaurants, Filme oder Verkehrsmeldungen heraussucht. Andere Dienste
bieten den Zugriff auch auf elektronische Post oder bestehende
Internet-Angebote wie Yahoo. 

   Die Werbehinweise werden entweder waehrend der Wartezeit oder am
Anfang abgespielt. Der Benutzer kann sich mit gefundenen Firmen zum Teil
auch direkt verbinden lassen, muss sich dann aber mehr Werbung anhoeren.
Sie sind nicht die einzige Einnahmequelle: Einige der Firmen wollen ihre
Systeme auch fuer spezifische Unternehmensanwendungen zur Verfuegung
stellen

   Ueber ein halbes Dutzend Firmen wie Tellme Networks, TelSurf
Networks, Quck.com, Bevocal oder Talk2 haben solche Dienste in Arbeit,
testen diese oder sind damit schon auf dem Markt. Sie sind vorerst auf
die USA beschraenkt -- und manche kaempfen noch mit Problemen. Tellme,
gegruendet von ehemaligen Browser-Spezialisten von Netscape- und
Microsoft, zum Beispiel startete ihre Tests letzte Woche, wurde aber von
der Menge der Anrufer ueberrannt. Der Dienst musste voruebergehend
gestoppt werden und kann nur noch von registrierten Benutzern verwendet
werden.

   Die neuen "voice portals" beziehen ihren Informationen zum Teil aus
eigenen Datenbanken, zum Teil aus dem Internet. Umfangreiche
Informationen koennen so zwar nicht vermittelt werden. Doch fuer
Zielgruppen wie Autofahrer oder Reisende rechnen die Betreiber mit einem
guten Markt. "Diese Systeme bieten Leuten den Zugang zum Internet, die
ihn normalerweise nicht haetten", erklaert Dave Morton,
Geschaeftsfuehrer der Firma Talk2 Technologies. Neuere Entwicklungen im
Bereich der Spracherkennung haetten dies moeglich gemacht; perfekt ist
sie aber noch nicht: Mit einigen Namen von Restaurants haben die
Sprach-Portale noch so ihre Schwierigkeiten.

http://www.tellme.com
http://www.telsurfnetworks.com
http://www.internetspeech.com
http://www.talk2.com
http://www.quack.com
http://www.audiopoint.net
http://bevocal.com

(dr)

?

Etoy: Immer wieder Rechtsprobleme

   18.04.2000 (ipd) Den kuerzlichen Domain-Namen-Kampf gegen den
US-Online-Spielzeughaendler Etoys hat die Schweizer
Internet-Kuenstlergruppe Etoy gewonnen. Jetzt droht aber neues Ungemach:
Etoy wurde von der Spielzeugfirma Lego abgemahnt, weil Etoy auf ihren
Websites Lego-Figuren und -Elemente abgebildet haben soll. Dies drohe
Konsumenten zu verunsichern, weil man meinen koenne, die Website habe
irgendetwas mit Lego zu tun, schrieben die Anwaelte des
Spielzeugkonzerns. Zudem verwende Etoy auf ihren Seiten eine schmutzige
Sprache, Hinweise auf Obszoenitaeten und Gewalt, wie man dies nicht mit
dem Image von Lego in Verbindung gebracht wissen wolle. 

   Die Vorwuerfe klingen aehnlich wie einst im Streit mit Etoys, doch
bei Etoy wird auf Dialogbereitschaft gehofft: Man werde direkten Dialog
mit Managern von Lego suchen und nicht mit "engstirnigen Anwaelten, die
geistiges Eigentum ohne Sensitivitaet fuer Internet-Kultur und heutige
Daten-Recycling-Strategien schuetzen" wuerden. Ob Etoy in diesem Fall
ohne Anwaelte auskommen wird, muss sich noch zeigen. Die Figuren haben
in der Tat eine verblueffende Aehnlichkeit mit den Produkten von Lego.
Die Etoy-Aktivisten haben auf ihren Websites denn auch bereits reagiert
und damit begonnen, die Figuren durch das Aufsetzen von Gasmasken
unkenntlich zu machen. Auch versicherten die Etoy-Manager in einem
Mailing, man halte Lego fuer eine "coole" Firma. 

http://www.etoy.com
http://www.toywar.com

(dr)

?

Sicherheitsluecke in Novell-Client

   18.04.2000 (ipd) Novells NDS-Client fuer Windows NT ist offenbar
nicht ausreichend gegen Passwort-Spione gesichert. Wie Leser der
deutschen Zeitschrift "c't" herausfanden, befindet sich nach der
Benutzer-Anmeldung an einem NT-System das Passwort und weitere
Anmeldeinformationen des Anwenders in der Auslagerungsdatei von Windows
NT. Dort kann der Geheimcode eingesehen werden. Waehrend der Fehler bei
Novells eigener Client-Software zu Netware 5.0 besteht, fanden sich laut
"c't" beim Einsatz von Microsofts Netware-Client fuer Windows NT keine
verraeterischen Spuren. Auf Anfrage der Zeitschrift reagierte Novell
ungewoehnlich: Sie nahm dazu keine Stellung, verwies aber auf andere
Loecher in der Sicherheit von Windows NT.

(dr)

?

Sony verkleinert Memory Stick

   18.04.2000 (ipd) Sony will fuer ihr Speicherformat "Memory Stick"
mehr Einsatzmoeglichkeiten schaffen: Bis im ersten Quartal 2001 soll
eine nur noch halb so grosse Ausfuehrung mit der selben Kapazitaet auf
den Markt kommen, die dann zum Beispiel auch fuer Mobiltelefone und
Handheld-Computer zum Einsatz kommen soll. Die neuen "Memory Stick
Duo"-Speicher werden kleiner als das Konkurrenzformat "Secure Digital
Memory Cards" sein, aber ueber einen Adapter mit den heutigen,
Kaugummi-grossen Sony-System kompatibel sein. Per Ende Februar hat Sony
dafuer 46 Lizenznehmer unter Vertrag nehmen koennen. Das SD Memory
Cards-Format wird gegenwaertig von 71 Firmen unterstuetzt. 

(dr)

?

Online-Haendler: Auf die Probe gestellt

   18.04.2000 (ipd) Die Manager und Mitarbeiter der zahlreichen, in den
letzten Jahren entstandenen Internet-Haendler werden auf die Probe
gestellt: Immer mehr Marktanalysten prophezeien, dass die meisten
Anbieter dieses Jahr nicht ueberleben werden. Einige glauben, acht von
zehn Firmen werden aufgeben muessen. Andere betrachten die Zukunft noch
duesterer.

   "Ich denke, dass 2000 in als die vermutlich schwierigste Zeit fuer
Online-Haendler in die Geschichtsbuecher eingehen wird", meint etwa Joe
Sawyer, Analyst von Forrester Research. Mike May von Jupiter
Communications stoesst ins gleiche Horn: "Die Bereinigung ist im vollem
Gange." Viele Marktsegmente seien ueberbesetzt. Etliche Online-Anbieter
werden sich zusammenschliessen, ist er ueberzeugt. 

   Zwar erklaeren manche Manager der Internet-Firmen, dass es fuer
Gewinne noch zu frueh sei, sagt Sawyer. Doch die Zeiten, in denen reale
Gewinne nicht wichtig waren, seien nun vorbei. "Die Anleger haben zwar
keine sofortige Profitabilitaet erwartet, weil sie realisierten, dass
das Internet Zeit zum Aufbauen von Marken und Investments brauchte", so
der Forrester-Analyst. "Man kann aber das Verlangen nach Profitabilitaet
nicht einfach zur Seite schieben und argumentieren, das sei alles nicht
wichtig, weil es hier ums Internet und endloses Wachstum gehe." 

Fehlende Differenzierung

   Ein Hauptproblem der neuen Online-Anbieter ist laut Beobachtern, dass
viele von ihnen Muehe haetten, sich von der immer haerteren Konkurrenz
zu unterscheiden. "Alleine im Bereich der Tierhalterprodukte gibt es ein
halbes Dutzend Anbieter mit fast dem gleichen Sortiment", meint May von
Jupiter zur Situation in den USA. "Vermutlich wird sich der eine oder
andere schon bald auf besondere Tierarten spezialisieren muessen." Denn
zur Differenzierung reichen hohe Marketing-Budgets alleine nicht aus.
Manche Firmen haetten zwar viel Geld ausgegeben, um ihre
Internet-Adressen bekannt zu machen, nicht aber, um eine gute Marke
aufzubauen, ergaenzt Forrester-Analyst Sawyer. "Ueber die Komplexitaet
einer Online-Marke haben nicht viele nachgedacht." 

   Ein weiteres Problem sind die Umsaetze. Sie sind zwar wichtig. Stimmt
aber die Kostenstruktur und damit der Business-Plan eines Unternehmens
nicht mit den realen, erzielbaren Margen ueberein, treibt der Umsatz --
so schnell er steigt -- eine Firma in den Ruin. Wie andere
Untersuchungen gezeigt haben, drohen manchen der bekannten
Internet-Haenlder schon in den naechsten Monaten die fluessigen Mittel
auszugehen. Dann aber helfen auch die inzwischen massiv gefallenen
Aktien der Firmen, mit denen etliche Uebernahmen getaetigt werden
konnten, nicht mehr weiter. 

   In dieser Beziehung seien denn auch viele traditionelle Unternehmen
im Vorteil: Sie haetten insbesondere die Warenlager und
Auslieferlogistik besser unter Kontrolle, um die noetigen
Kosteneinsparungen zu realisieren. Dabei gebe es durchaus ein markantes
Umsatzpotenzial: Forrester erwartet alleine in den USA binnen vier
Jahren ein Volumen von 184 Mrd. Dollar fuer Online-Haendler. "Das Jahr
2000 wird die Rache der herkoemmlichen Haendler sein", ist Sawyer von
Forrester deshalb ueberzeugt. "Sie werden die Online-Szene dominieren
und dort ihre neuen Kunden holen." So wuerden Ladenketten wie Wal-Mart
vielleicht schon deshalb nicht eingehen, "weil sie sich ein wenig zu
langsam auf den E-Commerce eingestellt haben".

(dr)




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