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Sieg auf ganzer LinieDer Internet-Spielzeughändler zieht seine Klage gegen die (fast gleichnamige) Zürcher Künstlergruppe zurück.Von Jürgen Kalwa, New York Die Künstlergruppe Etoy hat im Kampf gegen den Vormarsch kommerzieller Interessen im Internet einen wichtigen Erfolg errungen. Der amerikanische Online-Spielzeughändler eToys.com, der die Zürcher im Dezember vor ein Gericht in Kalifornien gezerrt hatte, zieht seine Klage endgültig zurück. Das teilte das Unternehmen in dieser Woche dem Anwalt der Aktionsgemeinschaft mit, die wochenlang weder ihre Webseite noch ihre E-Mail-Adresse benutzen konnte, weil ihr der Richter per einstweiliger Verfügung die Verwendung ihres Namens untersagt hatte. Gleichzeitig zahlt die Aktiengesellschaft 40 000 Dollar an Etoy, um die Künstler für die in dem juristischen Streit entstanden Auslagen zu entschädigen. "Wir sind mit dem Ausgang zufrieden", erklärte ein Firmensprecher. Der Spielzeughändler zog damit einen Schlussstrich unter eine Episode, die viele Medienexperten als Präzedenzfall betrachtet hatten, durch den die US-Justiz dem rechtsfreien Raum der internationalen digitalen Kommunikation ihren Stempel aufgedrückt hätte. eToys.com sah sich nach Ansicht von Fachleuten vor allem deshalb zu dem Rückzieher gezwungen, da die Unternehmensspitze nach einem nachweihnachtlichen Vertrauenseinbruch bei den Aktionären weitere Negativschlagzeilen vermeiden will. Der Kurs fiel am Donnerstag um mehr als 20 Prozent auf 16,87 Dollar. Digitale SolidaritätIm Tausch zog Etoy die eigene Klage zurück und verzichtete auf eine formale Entschuldigung der Widersacher aus Kalifornien, die behauptet hatten, die Namensähnlichkeit sei geschäftsschädigend. An die Einigung sind nach den Worten von Chris Truax, dem US-Rechtsanwalt von Etoy, keinerlei Bedingungen verknüpft: "Etoy gibt überhaupt nichts auf."Internet-Aktivisten
wie der Österreicher Wolfgang Stähle ("The Thing"), der Etoy
unterstützt hatte, glaubt, dass vor allem die Solidarität aus
E-Mail-Protest-Aktionen, digitalen Sit-ins und einer Kundgebung im Museum
of Modern Art in New York viel bewegt und die "brutale Macht" grosser Konzerne
abgewehrt hat. "Das ist ein wirklich grosser Sieg für die Internet-Gemeinschaft
und für Etoy", verkündete Truax.
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